Donnerstag, 14. August 2008

Big Island, Part 3 (Akaka-Falls und der Pu`u`O`o)

Für unseren heutigen letzten Tag auf Big Island stand der Besuch der Akaka-Falls sowie ein Helikopter-Rundflug über den Pu`u`O`o auf dem Programm. Die Akaka-Falls liegen im Nordosten der Insel, das hieß wieder eine ca. zweistündige Autofahrt von unserem Hotel in Kona aus. Allein die Fahrt war schon hochinteressant - wir haben diesmal die kürzere Route über Norden gewählt. Kurz hinter Kona sind wir etwa 30km durch eine schwarze Lavawüste gefahren. Das besondere dabei war, dass unzählige Botschaften links und rechts mit weißen Steinen gelegt waren, von "Aloha" über Liebesbekundungen hin zu rätselhaften Formen war alles vorhanden, was man sich vorstellen kann.
Weiter nördlich wurde das Land dann schon grüner und wir durchgquerten die Parker-Ranch, die größte Ranch der USA mit etwa 60.000 Rindern. An der Ostküste angelangt ging es dann weiter südlich und irgendwann, einige Kilometer vor Hilo, der zweitgrößten Stadt der Hawaii-Inseln nach Honolulu mit gut 40.000 Einwohnern, haben wir dann das Hinweisschild zu den Akaka-Falls gesehen, die das erste Tagesziel sein sollten. Auf dem Parkplatz angekommen konnten wir aus der Ferne schon den mit 130m Höhe gewaltigen Wasserfall sehen und über einen Weg durch einen tropischen Regenwald mit gewaltigen Bambusbäumen, riesigen Farnen, Bananenbäumen und allerhand anderer tropischer Pflanzen, gelangten wir schließlich an den Aussichtspunkt, von dem aus man die ganze Schönheit dieses Naturschauspiels beobachten konnte - ein sensationeller Anblick wie das Wasser tosend über die Klippen ins Tal stürzt!





Unzählige Fotos später ging's dann zurück in unseren Mietwagen, denn wir sollten gegen 13.15 In Hilo am Flughafen sein, wo der Hubschrauber von BlueHawaiian kurze Zeit später abheben und uns zum Pu`u`O`o fliegen sollte. Nach dem "Check-In" und einem Gang auf die Waage gab's einen Film mit allerhand Sicherheitshinweisen und dann konnte es losgehen. Wir hatten das Glück, dass wir zu viert einen Helikopter für uns allein hatten (neben dem Chris, unserem Piloten) und zwei Plätze unbesetzt geblieben sind. Ich durfte vorn neben dem Piloten Platz nehmen - laut meinem Reiseführer der beste Platz im Hubschrauber. Bereits beim Check-In hat die nette junge Dame uns mitgeteilt, dass die Lava in der vergangenen Nacht am Pu`u`O`o wieder austritt und Richtung Ozean fließt. Auch ein Vulkan braucht mal einen Tag Pause! Der Helikopter startete und nach ca. 20-minütigem Flug durfte ich zum ersten mal flüssige Lava in Form einer "Bubble" sehen - ein unbeschreiblicher Anblick - wie Tomatensoße, die aufkocht, nur zähflüssiger und etwas größer als im heimischen Kochtopf!! An den Seiten dieses Kraters verliefen einige Lavaflüsse, die die etwa 1.300° Celsius heiße Masse in Richtung Ozean förderd - meistens unterirdisch in den Tubes. Wenn eine solche Tube aufreißt, blickt man direkt in einen "unterirdischen" Lavafluss - der Kontrast zwischen dem erkaltenen pechschwarzen Lavastein und der rotglühenden Masse ist atemberaubend. Nach einer Schleife um den Pu`u`O`o ging es hinunter zum Pazifik wo dicke Rauchwolken den Entry Spot der Lava in das Meer ankündigten. Wir flogen vorbei an Jack's Place - einem Bed & Breakfast-Hotel inmitten mächtiger Lavaströme, das in den 90er Jahren, als die Lava hier vorbei geflossen ist, auf wundersame Weise nicht "überschwemmt" wurde, wie das Dorf, das hier mal stand. Um den Entry Spot herum ist das Wasser etwa 140° Fahrenheit heiß, was ziemlich genau 60° Celsius entspricht. Vom Entry Spot ging es nochmal zurück zum Pu`u`O`o und dann über einige Wasserfälle zurück zum Flughafen. Wir waren alle vier schwer begeistert von diesen Impressionen, die uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden.




Jack's Place





Nach der wiederum etwa zweieinhalbstündigen Autofahrt zurück nach Kona sind wir noch in Richtung Hafen um in einem der vielen Restaurants etwas zu essen und kamen noch rechtzeitig zu einem tollen pazifischen Sonnenuntergang.



Das war Big Island. Ein beeindruckendes Erlebnis, das mir immer wieder vor Augen geführt hat, welche Gewalt doch von der Natur der Erde ausgeht und wie kurz doch so ein Menschenleben ist. Ein paar tausend Jahre sind nur ein Augenblick wenn man mit den eigenen Augen sieht, welche gewaltigen Kräfte von einem Vulkan ausgehen und wie sich auf verbrannter Erde im Laufe der Zeit neues Leben entwickelt
Am Montag war Rückflug nach Honolulu angesagt. Da das Benzin beim Autovermieter derzeit günstiger ist als an der Tankstelle, habe ich bei der Anmietung den vollen Tank gekauft und konnte somit das Auto mit leerem Tank wieder zurückgeben. Das haben wir dann auch gemacht - die Benzinkalkulation ging auf - 6 Meilen vor dem Flughafen von Kona ging die Reserveleuchte an und bei einem Auto mit einer 3,6l-Maschine sind 6 Meilen mit Reserve nicht gerade wenig - wir haben den Autovermieter aber noch erreicht - keiner musste schieben ;-)

Big Island, Part 2 (Hawaii Volcano National Park)

Am Samstag sind wir gegen 8.00 Uhr in Richtung Volcano gefahren (dieses Dorf heißt tatsächlich so - kein Scherz!). Dort hatten wir uns um 10.30 Uhr mit unserem Guide Phil verabredet, der uns an diesem Tag einiges zu den Vulkanen und die Entstehung des Hawaii-Archipels erzählen sollte und uns durch den riesigen Nationalpark geführt hat. Nach der zweieinhalbstündigen Autofahrt über meist schnurgerade Highways sind wir in Volcano am Post-Office angekommen und kurze Zeit später kam auch Phil angefahren - Phil ist Brasilianer und lebt seit gut 10 Jahren auf Big Island und erforscht die Vulkane dort. Nachdem wir uns im örtlichen Tante-Emma-Laden mit ein paar Sandwiches und Getränken für den Lunch versorgt haben, ging es in Phil's Auto weiter in den Nationalpark. Erste Station war das Volcano-House - dieses in 1846 erbaute Hotel liegt direkt neben dem Krater des Kilauea und beherbergte schon Berühmtheiten wie z.B. Mark Twain. Der Hauptkrater des Kilauea ist mittlerweile nicht mehr aktiv in dem Sinne, dass dort keine Lava mehr austritt. Vor einigen Jahrzehnten tat sich aber im Hauptkrater des Kilauea ein kleinerer Krater auf - der Halema'uma'u und spuckte flüssige Lava bis zu 10km in die Höhe. Nachdem der Lava-Fluss aus diesem Krater dann geendet hatte, wurde durch eine Explosion am 12. März 2008 ein ca. 100m im Durchmesser großes Loch an einer der Seitenwände des Halema'uma'u aufgerissen, aus dem seit diesem Tag dicke Rauchwolken aufsteigen - ein Gemisch aus Wasserdampf, Schwefeldioxid und noch ein paar anderen Gasen. Phil hat erläutert, dass man aus der Menge und der Zusammensetzung der chemischen Substanzen des Rauchs auf bevorstehende Ereignisse schließen könne und die Menge an Schwefeldioxid in den letzten Tagen von 200 Tonnen auf 4000 Tonnen angestiegen sei. Die Vulkanforscher erwarten in naher Zukunft, dass "irgendwas" passiert. In der letzten Nacht sei auch der Lavafluss am Pu`u`O`o, dem derzeit aktivsten Gebiet in der sog. Riffzone des Kilauea versiegt (da gab's natürlich erstmal lange Gesichter, da wir uns schon auf den Anblick von fließender Lava gefreut hatten). Phil kannte sich hervorragend aus und lieferte viele Informationen zur Entstehung Hawaii's - sämtlich Inseln des Archipels entstammen dem gleichen Hotspot und durch die Bewegung der Kontinentalplatte sind im Laufe der Jahrmillionen die verschiedenen Inseln entstanden. Der auf Big Island gelegene Mauna Loa ist, wenn man vom Meeresboden aus misst, der höchste Berg der Erde mit über 14.000 Metern. Das heißt auch, dass der Pazifik um Hawaii herum etwa 10.000 Meter tief ist - unvorstellbar!








Im gesamten Gebiet des Volcano-Nationalpark kommt aus vielen Stellen Qualm aus der Erde. Wenn es regnet sickert das Wasser in den Grund und durch die Hitze (die Magma-Kammer des Kilauea mit 1300° Celsius heißer Lava ist in nur 300m Tiefe!) verdampft das Wasser und tritt wieder an die Oberfläche.


Vom Volcano-House sind wir weiter zu einem Nebenkrater gefahren, der in 1959 ausgebrochen ist. Die Erde ist laut Phil auf dem Grund des Kraters noch immer heiß genug um ein Ei darauf zu braten - es qualmt und dampft auch überall....


Von dort ging es zur Thurston-Lavatube. Eine Lavatube entsteht eigentlich bei jedem Lavafluss wenn die Masse an der Oberfläche erkaltet und hart wird und darunter die Lava weiterfließt. Im Normalfall sind diese Tubes aber so instabil, dass sie irgendwann in sch zusammenfallen. Die Thurston-Tube muss vor einigen Jahrtausenden entstanden sein denn sie liegt in einem Gebiet, dass ich als tropischen Regenwald bezeichnen würde, ziemlich weit unten in einem erloschenen Krater. Deckenhöhe ca. 2 - 3m.


Die Fahrt in Phils Geländewagen ging weiter zu einigen weiteren der über 100 Krater, die sich im Laufe der Jahre auf Big Island gebildet haben - der letzte sehr große in 1983 - diese Krater entstehen, wenn sich unter der Oberfläche Lava ansammelt, dort oder an einer anderen Stelle austritt und ins Meer fließt, die Erde durch die Hohlkammer instabil wird und irgendwann in sich zusammenbricht. Diesen Prozess kann man daran erkennen, dass zunächst die Bäume und Pflanzen die an der Oberfläche wachsen absterben - wir sind an einigen solcher Felder vorbeigefahren - da geht der grüne Wald urplötzlich in ödes Land über auf dem vertrocknete, graue Baumreste stehen.

Die Fahrt ging weiter in Richtung der Ostküste von Big Island. An einem Aussichtspunkt konte man recht gut den Lavafluss aus den 80er und 90er Jahren (der Kilauea war von 1983 bis zu dem Tag unserer Anreise auf Big Island daueraktiv!) erkennen. An der Küste bot sich dann eine unglaubliche Mondlandschaft auf - wohin man auch blickte, pechschwarze Lavafelder. An dieser Stelle hat die Lava mehrere Dörfer überrollt und Straßen unpassierbar gemacht.



Das war dann auch schon der letzte Punkt unserer Reise durch den Volcano-Nationalpark. Ein sehr spannender Tag mit sehr vielen neuen Eindrücken und Informationen neigte sich dem Ende zu und wir hatten schließlich auch wieder eine zweieinhalbstündige Autofahrt nach Kona vor uns - dort angekommen haben wir noch etwas im Outback-Steakhouse gegessen und sind erschöpft ins Bett.


Mittwoch, 13. August 2008

Big Island, Part 1 (Capt. Cook Monument, South Point, Black Sands Beach)

Am Freitag, 08.08.08 ging es nach Big Island. Der Flug auf die größte Insel des Archipels (Big Island ist größer als alle anderen Inseln Hawaiis zusammengenommen) war nicht ganz so spektakulär wie unser Heimflug aus Maui. In Kona an der Westküste angekommen haben wir zunächst den Mietwagen abgeholt und sind ins Hotel gefahren. Da wir unsere Zimmer erst gegen 16.00 Uhr beziehen konnten, haben wir beschlossen die Westküste erstmal nach Süden zu fahren. Auf dem Weg dorthin liegt das Capt. Cook Monument in der Kealakekua Bay. In dieser Bucht haben die Hawaiianer den ersten weißen Menschen am 14. Februar 1779 umgebracht. Als Capt. Cook zwei Monate zuvor auf Big Island gelandet war, hielten die Hawaiianer ihn für einen Gott – dieses Missverständnis hatte schwere Folgen. Das Monument erreicht man leider nur mit einem Kajak, sodass wir uns mit einem Foto aus von der anderen Seite der Bucht zufrieden geben mussten.
Morgens halb neun am Flughafen Honolulu: Frühstück!

Die weiße Säule am anderen Ende der Bucht ist das Capt. Cook Monument

Das nächste Ziel sollte der South Point sein. Der südlichste Punkt der USA liegt noch 800 km weiter südlich als Key West, der südlichste Punkt des US-Festlandes. Die Straße dorthin war "verbesserungsbedürftig" – später stellte sich heraus, dass wir mit unserem Mietwagen wegen der schlechten Straße eigentlich gar nicht dorthin fahren durften – aber wir hatten ja eine geländegängigen Wagen. Der South Point ist eine Steilküste. Das Riff fällt hier etwa 10 – 12 Meter steil in Meer ab. Neben einigen Anglern waren noch ein paar wagemutige dabei, die sich im Cliff Diving versuchten (Hawaiianer, Amerikaner und ein Deutscher).

Am Southpoint sind die Passatwinde so heftig, dass sich die Bäume "ergeben" und einfach mit dem Wind wachsen

Reisegruppe Sparkasse am südlichsten Punkt der USA



Wieder auf dem gut ausgebauten Highway 11 angelangt, ging die Fahrt noch ein paar Meilen an der Ostküste, mit einem kurzen Lunch-Zwischenstopp im "Shaka Restaurant", der südlichsten Bar der USA, etwas weiter nördlich zum Black Sand Beach. Der Sand an diesem Strand ist vulkanischen Ursprungs und rabenschwarz. In meinem Reiseführer stand, dass sich an diesem Strand häufiger Schildkröten niederlassen um sich aufzuwärmen. Wir wurden nicht enttäuscht – direkt am Strand lagen fünf große Turtles. Großartig – endlich habe ich meine (frei lebende) Schildkröte gesehen – ich war schwer begeistert.




Das Hotel hatte sich zwischenzeitlich gemeldet und mitgeteilt, dass die Zimmer fertig sind und hatte ein gutes Stück Fahrt vor uns – von der Südspitze bis Kona sind es etwa 120km, und eine zweistündige Fahrt. Das Hotel hat unsere Erwartungen mehr als übertroffen. Das waren nicht einfach Zimmer, jedes "Zimmer" war sein eigenes Appartement mit vollständig eingerichteter Küche, Wohn- und Schlafzimmer, Balkon oder Terrasse. Da überall die typisch amerikanischen Gasgrills rumstanden, haben wir uns kurzerhand entschlossen, den Abend bei einem Barbecue ausklingen zu lassen. Ein ereignisreicher erster Tag auf Big Island ging zu Ende.

Freitag, 8. August 2008

Für unsere Kollegen in Boston!

Der letzte Gruß von Hawaii nach Boston an Alex, Tim, Marc und Manuel. Wir wünschen Euch einen guten Heimflug, kommt gesund wieder in Deutschland an und grüßt die Heimat von uns. Wir sehen uns im Oktober!

Never forget:
HANG LOOSE!


Mittwoch, 6. August 2008

Chefvisite!

Heute haben wir Mittwoch und das heißt morgen abend müssen wir unser WP-Portfolio zumindest zu 90% aufgestellt haben um in der Uni mit abschließenden Fragen letzte Feinjustierungen machen zu können. Aber von vorn:
Am Freitag habe ich mich dann tatsächlich mit Peter S. in der Uni getroffen - er hat mir am Telefon gesagt, dass er für unsere Prässentation noch etwas ausgedruckt hat - ich war gespannt! Als er dann mit 15-minütiger Verspätung am Treffpunkt vor der Uni ankam, hatte er ausser einem gedruckten Exemplar der Powerpoint-Präsentation, weiter nichts dabei (ich hatte so etwas schon geahnt!). Wir haben dann kurz besprochen wer welche Folien vorstellt und das Treffen war nach 20 min. dann auch schon wieder vorbei - ich mache jetzt alle Folien, die Zahlen enthalten ;-)
Nachmittags haben wir uns mit Stephanie Demin auf einen Kaffee getroffen. Sie ist im International Office der HPU für halbe Region Europa zuständig und war uns in unserem Bewerbungsprozess sehr hilfreich. Anschließend habe ich das für das Wochenende gemietete Auto abgeholt und stand ein geschlagene Stunde bei Advantage in der Schlange - da wurde kurz vor meiner Ankunft ein Bus mit Menschen abgeladen, die alle ein Auto mieten wollten. Am Wochenende wollte ich nach knapp vierwöchiger Abstinenz endlich mal wieder zum Strand um etwas Sonne zu tanken und mich von den sehr arbeitsintensiven vergangenen Wochen etwas zu erholen. Ausserdem herrschte in unserem Kühlschrank gähnende Leere, da wir in den letzten Wochen auch nicht zum einkaufen gekommen sind. Einkaufen ohne Wagen ist sehr schwierig, da alle Tüten mit dem Bus transportiert werden müssen - das macht ab einer bestimmten Menge an Tüten gar keinen Spaß mehr! Am Samstag sind wir dann in Strandausrüstung los und wollten irgendwo an der Ostküste zu einem Strand, da es im Westen der Insel geregnet hat. Nach über dreistündiger verhältnismäßig erfolgloser Suche haben wir entnervt aufgegeben und sind zum Supermarkt gefahren. Diesen Strandtag hatte ich mir anders vorgestellt. Abends sollte im Pipeline-Cafe, einer Disco in der Nähe dann "The Big 80's Night" sein, auf die wir uns schon seit ein paar Wochen gefreut haben weil in fast allen Clubs, die wir bislang besucht haben, ausschließlich Rap und HipHop auf dem Plan stehen. Ausserdem ist Bobby Brown aufgetreten. Ergebnis: Wieder eine Enttäuschung - Bobby Brown hat ein paar Lieder gesungen (hat uns aber auch nicht wirklich vom Hocker gerissen) und als er fertig war, leerte sich das Pipeline-Cafe innerhalb von wenigen Minuten - wir sind dann nach einem kurzen Zwischenstopp im Rumors auch wieder nache Hause. Am Sonntag bin ich dann schon um kurz nach neun los Richtung Westküste - es regnete nicht mehr. Nach gut 1 1/2 - stündiger Fahrt habe ich dann auch einen recht schönen Strand gefunden und mich für zwei Stunden in die Sonne gelegt. Ich hab' dann zwar auch mal einen Versuch unternommen ein wenig zu schnorcheln, aber die Strömung an der Westküste ist nicht ohne ("Strong Currents") und innerhalb von ein- zwei Minuten war ich soweit vom Strand weg, dass ich wieder zurück bin - viel zu sehen gab's ohnehin nicht.

Da ich nun schon an der Westküste war, wollte ich mir zumindest den Kaneana-Point ansehen. Dieser Punkt ist die westlichste Stelle von Oahu und die alten Hawaiianer haben dort ihre Toten hingebracht. Die fahrt dorthin dauerte nochmal gut eine Stunde. Unterwegs hat man auch mal wieder das andere Hawaii sehen können. In den Büschen und Bäumen zwischen Straßenrand und Strand sind auf mehreren Kilometern Behausungen von Obdachlosen zu erkennen. Es heißt, dass andere Bundesstaaten der USA diesen Menschen One-Way-Tickets nach Hawaii kaufen. Sie müssen dann z.B. im Winter keine beheizten Unterkünfte bereitstellen. Merkwürdige Polititk! Am Kaneana-Point hört dann der Highway irgendwo im Nichts auf und es führt lediglich ein schmaler Feldweg weiter - dieser kann nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahren werden und ist lt. dem Automietvertrag für mich tabu. Schöne landschaftliche Ausblick auf das türkisblaue Meer und die Berge gab's trotzdem.

Am Abend sind wir zum Flughafen um meinen Chef und seinen Sohn zu begrüßen, die an diesem Abend (wegen Lufthansa-Streik über Umwege) in Honolulu ankommen sollten. Die Maschine ist mit 15-minütiger Verspätung gelandet und wir haben die beiden am Ausgang begrüßt - es tat richtig gut, nach so langer Zeit mal wieder vertraute Geischter zu sehen! Erledigt von der 24-stündigen Reise haben wir die beiden in ihr Hotel in Waikiki gefahren.


Gestern (also Dienstag) hatte ich mit Stephanie Demin einen Rundgang durch die HPU vereinbart - schließlich wollte sich mein Mentor + Chef mit eigenen Augen davon überzeugen, dass ich hier auch fleißig bin. Der Rundgang war hochinteressant - viele der Fakten kannten Meik und ich auch noch nicht und den Loa-Campus hatten wir auch noch nicht gesehen. Die HPU hat sich bei ihrer Gründung bewusst für den -für amerikanische Verhältnisse- untypischen Standort Downtown entschieden. Da hier vielfältig Business und Finance studiert werden kann, hat man sich einfach mitten im Manhattan des Pazifik niedergelassen. Sehr erfolgreich, denn Professoren und Dozenten werden u.a. aus den umliegenden Banken "rekrutiert" - bestes Beispiel ist Philip Viehl - unser Dozent in Investment Analysis und Investment Analyst bei Merryll Lynch. Die Tour durch die HPU fand ihren Abschluss auf dem Loa-Campus der HPU, ausserhalb von Honolulu. Hier sind die Naturwissenschaften und die Schule für die "Nurses" untergebracht (in Amerika muss man, um einen sehr gut bezahlten Job als Krankenschwester zu bekommen einen Bachelor machen). Der Loa-Campus der HPU ist das, was man unter einer amerikanischen Uni versteht: riesiges Gelände mit einem Unigbäude, Sportplätze in allen Facetten (Baseball, Fußball, Tennis, Basketball und und und), einigen Gebäuden wo die Studenten untergebracht sind und sehr viel grüne Wiese auf der man sich zum Lernen niederlassen kann. Insgesamt eine tolle Besichtigungstour durch die HPU mit unglaublich vielen Fakten zur HPU und interessanten Hintergrundinformationen. An dieser Stelle nochmal ein ganz dickes Dankeschön an Stephanie Demin, die das hervorragend gemacht hat!





Jetzt geht's wieder an mein WP-Portfolio - mir fehlen noch $20,000 an Dividenden, die ich irgendwo noch "auspressen" muss....

Freitag, 1. August 2008

Zwischenbericht (business incubator, Midterms, Großputz)

Aloha,

ist mal Zeit für einen kleinen Zwischenbericht. Montag hatten wir mit Joy Barua unsere sog. business incubator tour. Ein business incubator ist eine Institution, die jungen aufstrebenden Unternehmen Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, Schulungen anbietet, finanzielle Unterstützung gewährt und noch weitere Starthilfen anbietet. Joy hat selbst einige Jahre im Pacific Gateway Center, Honolulu gearbeitet und ist daher noch sehr vertraut mit diesem incubator, der sich auf den gastronomischen Bereich spezialisiert hat. Die Hinreise dorthin war schon ein echtes Abenteuer - ich hatte zwar den richtigen Bus herausgesucht aber die Haltestellen wurden ab Chinatown nicht mehr angesagt und ein Schild auf dem der Name des incubators stand hat uns glauben lassen, wir seien schon da - leider mindestens 4 - 5 Meilen zu früh! Aber wir waren nicht allein - Adam, Meik's Partner bei der Gruppenpräsentation irrte auf der anderen Straßenseite umher. Er hatte auch Joy's Handynummer dabei. Joy hat uns dann kurzerhand aufgesammelt und wir kamen noch rechtzeitig an. Da sich Joy noch gut auskannte hat er uns rumgeführt und am Ende des Rundganges gab's dann noch was Selbstgemachten aus den dort vorhandenen Küchen. Ein interessanter Uni-Tag, mal fernab von den theoretischen Vorlesungen. Joy war dann so gut und hat uns mit seinem aus Deutschland stammenden, sterntragenden Auto (...) wieder bis vor unsere Tür gefahren - dabei haben wir noch erfahren, dass er selbst als er vor 12 Jahren nach Hawaii gekommen ist, im gleichen Haus gewohnt hat.



Beim Besuch des business incubators haben wir auch mal das "andere" Hawaii sehr deutlich zu sehen bekommen:





Der Rest der Woche bis heute stand ganz im Zeichen von Investment Analysis. Zum einen gab es heute die zweiten Midterms, zum anderen wollen $1.000.000 in die richtigen Wertpapiere verteilt werden und das ist nicht ganz so einfach, wenn man restriktive Vorgaben auf der einen Seite beachten muss, andererseits mit einem -konziliant ausgedrückt- bedienerunfreundlichem Programm zurecht kommen muss, das permanent abstürzt und nach einem Export nach Excel sämtliche Filter und Suchkriterien löscht - so manches mal war der Laptop kurz vorm Flug (auch wenn der nix dafür kann...).



Aus 8.032 Aktien gilt es die richtigen 50 - 60 herauszupicken - ein Zahlenfriedhof, der seinesgleichen sucht.


Mit der Erkenntnis aus den Midterms von vor vier Wochen hatten wir wieder ordentlich auswendig gelernt. Hat sich auch wieder als ganz gute Strategie herausgestellt, auch wenn die ein- oder andere Aufgabe durchaus interpretationswürdig bleibt - schauen wir mal, was dabei rauskommt. Nach der Klausur gab's dann noch ein paar Hinweise zum Portfolio. Wichtigste Erkenntnis für uns: Wir fangen von vorn an - ich hatte am Montag abend schon so was geahnt. Naja, wenigstens sind wir mit dem Programm jetzt ein wenig vertrauter...

Achja: Morgen treffe ich Peter S. Er hat sich meine Präsentation angesehen, und möchte sich nun doch treffen, da er die eine oder andere Zahl erklärt bekommen möchte. Ansonsten findet er das, was ich gemacht habe "great".

Wie ich bereits erwähnt habe, sind wir in den vergangenen drei Wochen kaum aus unserm Appartement gekommen - entspechend sah es dann hier auch aus. Wir haben uns also vorgenommen: Es muss dringend mal geputzt werden. Und dann gab's im Hause Klinker / Ackermann direkt im Anschluss an die Midterms Großputz, der sich gelohnt hat. Jetzt fühlen wir uns in unserer Wochnung auch wieder richtig wohl und werden die verbleibenden knapp drei Wochen auch noch gut rumbekommen.






Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!